Die Geschichte des Melanoms

Malignes Melanom

Das Melanom, die gefährlichste Form von Hautkrebs, ist, wie die meisten Krebsarten, nicht neu. Hier handelt es sich um eine Krankheit mit einer langen Geschichte, die bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert wurde. Das Melanom entwickelt sich in den Zellen (Melanozyten), die Melanin produzieren – das Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht. Etwa im 5. Jahrhundert v. Chr. beschrieb Hippokrates als Erster das Melanom, das er auf Griechisch als melas, d. h. dunkel, und oma, d. h. Tumor, bezeichnete.

Tatsächlich gibt es archäologische Hinweise für mögliche Anzeichen eines Melanoms, die bis vor 2400 Jahren zurückreichen. In den 1960er Jahren wurden bei der Untersuchung von neun peruanischen Inka-Mumien, die mit Radiokohlenstoff auf ein Alter von etwa 2400 Jahren datiert wurden, Anzeichen eines Melanoms festgestellt.

Der erste Chirurg, der ein Melanom operierte, das bereits Metastasen gebildet hatte, war John Hunter. Im Jahr 1787 operierte er ein rezidivierendes Melanom am Kiefer eines 35-jährigen Mannes und entfernte es erfolgreich. Wie Everard Home in seinen Beobachtungen über Krebs aus dem Jahr 1805 berichtet, war der Tumor "weich und schwarz" (1). Obwohl es nicht klar ist, ob Hunter wusste, womit er hier zu tun hatte, wurde der konservierte Tumor später im Jahr 1968 als Melanom diagnostiziert und befindet sich noch immer im Hunterian Museum in Lincolns Inn Fields in London, Vereinigtes Königreich (2).

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die klinischen und pathologischen Merkmale des Melanoms nicht gut dokumentiert, die prognostischen Faktoren nur unzureichend bekannt, und die Evidenzbasis für Behandlungsstrategien war leider mangelhaft. Der Begriff Melanom wurde von einem französischen Arzt René Laenec geprägt, der zwischen 1804 und 1820 mehrere Vorträge an der Faculté de Médecine de Paris zu diesem Thema hielt und das Melanom als eine von anderen Krankheiten zu unterscheidende Krankheit bezeichnete, und zwar mit einem Begriff Melanose (3). Seitdem wurden Melanome und ihre Behandlung in der ganzen Welt erforscht.

Im Jahr 1820 war Dr. William Norris, Allgemeinmediziner aus Stourbridge, VK der Erste, der die Heterogenität einiger Melanomtumore feststellte (4). Am wichtigsten ist vielleicht, dass Norris der erste war, der die Vererblichkeit einiger Melanome feststellte, etwa 50 Jahre bevor Gregor Mendel seine Daten zur Vererbung vorlegte. Zu dieser Zeit gab es noch keine Anästhesie und keine antiseptischen Mittel, und das Wissen über die DNA und die Entstehung von Krebs war noch nicht vorhanden.

Im Jahr 1840 beschrieb ein englischer Chirurg Samuel Cooper in seinem Buch "First Lines of Theory and Practice of Surgery" das fortgeschrittene Melanom als eine unheilbare Krankheit (5). Er stellte fest, dass die einzige Chance auf eine Heilung von der frühzeitigen Entfernung des Melanoms abhängt. Mehr als anderthalb Jahrhunderte später gilt diese Aussage immer noch.

1853 berichtete Sir James Paget, beratender Chirurg am St. Bartholomew's Hospital in London, über 25 Melanomfälle, in denen er den Übergang des Melanoms von einer radialen Wachstumsphase zu einer vertikalen Wachstumsphase beschrieb: "In einigen Fällen ist das Wachstum oberflächlich, und der dunkle Fleck nimmt eine größere Fläche ein und erscheint durch ein darunter liegendes Wachstum leicht erhöht: in anderen Fällen steigt das Muttermal an und wird sehr prominent" (6).

1858 beschrieb Oliver Pemberton 60 Melanomfälle aus den Jahren 1820-1857 und beschrieb deren klinische Merkmale und die Stellen, an denen Metastasen auftreten. Er war auch der Erste, der ein Melanom bei einem schwarzen Patienten von der Insel Madagaskar beschrieb (7).

Im Jahr 1956 entdeckte Professor Henry Oliver Lancaster, ein australischer Mathematiker, dass das Melanomrisiko, insbesondere in der kaukasischen Bevölkerung, in direktem Zusammenhang mit der Intensität der Sonneneinstrahlung stehen, weshalb eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen darin besteht, eine längere Sonneneinstrahlung zu vermeiden (8). Spätere Arbeiten von Lancaster und Nelson zeigten, dass fünf Hautmerkmale (Hautfarbe, Textur, Haarfarbe, Augenfarbe und Reaktion auf die Sonne) bei der Entstehung von Melanomen von ätiologischer Bedeutung sind (9).

Das Melanomrisiko war bei Personen mit heller Haut, die früher einer hohen UV-Strahlung ausgesetzt waren, wie z. B. in Australien und Neuseeland, deutlich erhöht. Nach der Einführung dieser Klassifizierung der verschiedenen Stadien des Krankheitsverlaufs wurden mehrere Medikamente für die Behandlung des Melanoms zugelassen.

Aktuelle Erkenntnisse und künftige Herausforderungen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfügt die Wissenschaft über ein relativ gutes Verständnis des Melanoms, da man weiß, dass es durch die Exposition gegenüber UV-Strahlung verursacht wird und durch die Malignität von Melanozyten entsteht. Es ist bekannt, dass einige Personen aufgrund ihrer spezifischen Hautmerkmale sowie aufgrund von Polymorphismen in den Genen Melanocortin-Rezeptor-1 (MC1R) oder CDKN2A ein höheres Melanomrisiko haben.

In den letzten 50 Jahren wurden die Mittel für die Erforschung von Behandlungsmethoden für Melanome erheblich aufgestockt, und die weltweiten Bemühungen um eine Vielzahl von Lösungen wurden intensiviert. Heute werden Impfstoffe, Chemotherapien, Immunstimulanzien, Virusbehandlungen und viele andere Behandlungen für das Melanom erforscht. Zudem gibt es eine Reihe anderer Behandlungsmöglichkeiten, die das Wachstum des Melanoms stoppen und die Tumore zerstören können.

Der genaue Mechanismus der Entwicklung eines Melanozyten zu einem Melanom ist jedoch nach wie vor unbekannt, sodass die Präventionsmethoden begrenzt sind. Dieser Bereich ist ein geeignetes Thema für künftige Forschungen.

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