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Weiterführende Diagnostik

Die klinische Melanom Untersuchung wird durch Anwendung einer Lupe und in zunehmendem Maß durch die Verwendung eines Auflichtmikroskops verfeinert. Dabei wird ein Lupenmikroskop nach Aufbringen eines Tropfens Öl und Auflegen eines Deckglases auf die betreffende Hautveränderung, die von der Beobachterseite angeleuchtet wird, aufgesetzt. Die Haut kann nun mit Vergrößerungen von 6-40fach betrachtet werden. Hierdurch gelingt es, die Pigmentverteilung (netzförmig, streifig, klumpig, flächenhaft diffus) besser als mit dem bloßen Auge zu beurteilen und gutartige von bösartigen pigmentierten Hautveränderungen zu unterscheiden. So gelingt mit dieser Methode in vielen Fällen eine klinisch nicht eindeutige Abgrenzung zwischen einer Lentigo maligna und dem Beginn eines Lentigo-maligna-Melanoms oder zwischen einem pigmentierten Basaliom und einem Melanom. Es können auch Einblutungen oder Änderungen der Verhornung, wie sie z. B. bei der Abgrenzung von Warzen vorkommen, sicherer beurteilt werden. Bei der schwierigen Unterscheidung zwischen dysplastischem Muttermal und frühem Melanom kann die Auflichtmikroskopie hilfreiche Zusatzinformationen liefern.

Melanom Untersuchung durch die Verwendung eines Auflichtmikroskops
Melanom Untersuchung mit Hilfe eines Auflichtmikroskops

Mit Hilfe eines Ultraschallverfahrens (Sonographie) können knotige pigmentierte Hautveränderungen eingehender beurteilt werden.

Die sog. Staging-Untersuchungen werden durchgeführt, wenn die Diagnose „malignes Melanom“ gesichert ist. Sie sollen über einen möglichen Befall von Lymphknoten oder inneren Organen Auskunft geben und schließen eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs sowie Ultraschalluntersuchungen von Oberbauchorganen und regionären Lymphknoten ein. Bei Unklarheit und Verdacht auf Vorliegen von Organmetastasen sollten ergänzend Computertomogramm-Untersuchungen durchgeführt werden. Diese Melanom Untersuchungen erscheinen auch deshalb notwendig, weil sie einen Ausgangsstatus widerspiegeln, der bei später auftretenden Diskussionen einer möglichen Metastasenbildung (z.B. Lebermetastase kontra Zyste) von großer Bedeutung sein kann. Erwähnt sei auch ein neues Verfahren, dessen Bedeutung in der Melanomdiagnostik, insbesondere zum Auffinden von Metastasen, derzeit mit großer Erwartung untersucht wird. Es handelt sich um die Positronenemissionstomographie (PET), die Tumoren auf dem Weg ihres Stoffwechsels mit markierten Substanzen (positronenemittierende Isotope) darstellt.

Die Anwendung der Immunszintigraphie (Radionuklidmarkierung von gegen Melanomzellen gerichteten monoklonalen Antikörpern) ist heute noch als experimentell zu bezeichnen und gehört noch nicht zum diagnostischen Routinerepertoire.

Feingewebliche Sicherung der Diagnose

Während der Operation wird eine Diagnose durch die feingewebliche Untersuchung eines Gefrierschnittpräparates angestrebt. Eine endgültige Diagnose ist jedoch in manchen Fällen erst nach der Operation im Paraffinschnittverfahren möglich. Dabei werden mehrere Faktoren beurteilt, die eine Aussage über den Grad der Bösartigkeit des Tumors erlauben, insbesondere die Tumoreindringtiefe.

Melanome ohne Bildung des Differenzierungsproduktes „Melanin“, die die typische braun-schwarze Farbe vermissen lassen, können in der histologischen Beurteilung große diagnostische Probleme bereiten. In diesen Fällen liefern spezielle Färbungen eine wesentliche Hilfe.