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Malignes Melanom

Malignes Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist eine hochgradig bösartige Entartung der Pigmentzellen (Melanozyten). Dieser Tumor neigt dazu, früh Metastasen über Blut- und Lymphbahnen zu streuen und ist daher sehr gefährlich. Neben dem malignen Melanom der Haut existieren andere Arten des Melanoms wie z.B. das Aderhaut Melanom des Auges  und das Bindehaut Melanom, die gewebespezifische Besonderheiten aufweisen.

Das maligne Melanom, steht an dritter Stelle der Häufigkeit von Hautkrebserkrankungen und ist einer der bösartigsten Geschwulste (Tumoren) überhaupt. Es ist daher besonders besorgniserregend, dass sein Vorkommen seit einigen Jahrzehnten weltweit stärker als das jeder anderen Krebsart zunimmt. Die Häufigkeit der Neuerkrankungen pro Jahr liegt in unserem Lebensraum bei 10-12 pro 100000 Einwohner - 5mal so hoch wie vor 50 Jahren in den USA bei 10-20 und in Australien, das klimatisch für die dort lebende, meist lichtempfindliche Bevölkerung besonders gefährlich ist, bei 30-40 pro 100000 Einwohner. Angehörige der weißen Rasse, die 1930 geboren wurden, haben ein Risiko von 1:1500, im Lauf des Lebens ein Melanom zu entwickeln, während bei einem 1990 Geborenen die Erkrankungsgefahr bereits 1:105 beträgt. Für den Geburtsjahrgang 2000 wird das Risiko mit 1:75 geschätzt. Die Chance, ein Melanom zu erwerben, ist heute doppelt so hoch wie vor 10 Jahren. Diese Daten einer Erkrankung, die tödlich endet, wenn sie nicht behandelt wird, sind alarmierend.

Die schlechte Prognose (Heilungsvoraussage) des fortgeschrittenen Melanoms steht im Gegensatz zur guten Prognose des früh diagnostizierten und im Frühstadium behandelten bösartigen Tumors. Dabei spielt die Tumordicke zum Zeitpunkt der Behandlung für die Heilungschance eine entscheidende Rolle. Man kann davon ausgehen, dass das maligne Melanom heute in der Regel heilbar ist, wenn es früh diagnostiziert und einer korrekten Behandlung zugeführt wird.

Für eine Frühdiagnose bietet dieser bösartige Tumor, der sich meistens "unter unseren Augen" an der Haut entwickelt, optimale Voraussetzungen. Die Tumorzellen behalten trotz veränderten Wachstumsverhaltens die typischen Merkmale der Mutterzelle - des pigmentbildenden Melanozyten - meistens bei, so dass braune bis schwarze, in manchen Fällen auch blaue oder rötlich-braune Pigmentablagerungen oder Änderungen einer vorhandenen Pigmentierung als Warnzeichen auf den entstehenden Tumor aufmerksam machen.

Die Häufigkeit

Die Häufigkeit des malignen Melanoms in Europa ist etwa derjenigen der Hodentumoren vergleichbar und liegt ungefähr doppelt so hoch wie die der Hodgkin-Erkrankung (bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems). Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr liegt in den Jahren 1970-1980 in der Europäischen Gemeinschaft (EG) bei ca. 10 pro 100000 Einwohner und ist heute auf Werte zwischen 8 und 12 pro 100000 angestiegen. Sie liegt etwa 60-100% über den Zahlen von 1980. Die jährliche Zuwachsrate bei der weißen Bevölkerung beträgt weltweit 3-7%. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 2000 Todesfälle durch malignes Melanom der Haut pro Jahr; etwa 15000 Menschen erkranken jährlich an diesem Tumor.

In Europa ist der Norden stärker als der Süden betroffen. Die höchste Krankheitsrate findet sich in Dänemark, den Niederlanden, England, Irland, Deutschland und in den Alpenländern, wo die Schwankungen der Sonneneinstrahlung und Sonnenintensität besonders groß sind und die Bevölkerung mit ihrer hellen Komplexion (rötliche und blonde Haare, blaue Augen, helle, lichtempfindliche Haut) eher zur höheren Risikogruppe gehört als in Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, in denen die Melanomhäufigkeit etwa 5-6mal geringer ist.

Frauen erkranken häufiger an einem malignen Melanom als Männer. Das Verhältnis liegt etwa bei 6:4. Früher waren weniger Männer betroffen, was vorwiegend anderen Freizeit- und Bekleidungsgewohnheiten zugeschrieben wird. Dennoch unterscheidet sich die Anzahl der jährlichen Todesfälle an malignem Melanom zwischen den Geschlechtern nicht wesentlich.

Die Letalität (Verhältnis von Todes- zu Erkrankungsfällen) beim malignen Melanom ist weltweit in Regionen mit hohem Melanomvorkommen geringer als in Ländern mit niedrigen Erkrankungsraten. Beispiele dafür sind Queensland in Australien oder die Kantone Zürich und Genf in der Schweiz mit hoher Erkrankungs- und relativ niedriger Sterberate.