Inhalt


Exogene ursächliche Faktoren beim malignen Melanom

Bedeutung der Ozonschicht für das Melanomrisiko

Ozon ist ein gasförmiger Bestandteil der Erdatmosphäre. Das einzelne Molekül besteht aus 3 Sauerstoffatomen und stellt eine sehr unbeständige Verbindung dar. In Erdnähe finden sich davon nur Spuren, die bei zu hoher Konzentration Reizwirkung auf die Atemwege ausüben. In höheren Schichten - in der Stratosphäre - jedoch findet es sich in hoher Konzentration und bildet einen Schutzschild gegen schädliche UV-Strahlung der Sonne. Es wurde ermittelt, dass eine Verringerung der Ozonschicht in der Stratosphäre um 1% eine um etwa 2% effektivere UVB-Bestrahlung der Erdoberfläche bewirkt mit einer entsprechenden Zunahme von Hautkrebserkrankungen für die Zukunft. Nachdem viele Faktoren bei der Hautkrebsentstehung eine Rolle spielen, ist die durch eine Abnahme der Ozonschicht zu erwartende Häufigkeitszunahme ungewiss. Aufgrund regionaler Beobachtungen geht man von einer Zunahme der Hautkrebserkrankungen, insbesondere des spinozellulären Karzinoms und des Basalioms, in der Größenordnung von 2-6% je Abnahme der Ozonschicht um 1% aus.

Besorgnis ist angebracht, nachdem ein Ozonloch über der Antarktis und ein Ozonabbau geringeren Grades auch über der Arktis festgestellt wurde. Betroffen sind offenbar nicht nur die Polkappen. Die Abnahme der Ozonschicht auf dem nördlichen amerikanischen Kontinent und in Europa reicht bereits über den 45. Breitengrad hinaus. Mit einer weiteren Melanomhäufigkeitszunahme wird in diesem Zusammenhang in den besonders betroffenen Regionen gerechnet.

Eine Ursache des Ozonabbaus liegt in Chemikalien, die in die Atmosphäre gelangen. Dazu gehören vor allem Chlorverbindungen wie die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die als Treibgase in Spraydosen, als Kältemittel in Kühlschränken und Autoklimaanlagen, als Lösungsmittel oder bei der Verschäumung von Kunststoffen eingesetzt werden, und die Halone, die z.B. als Feuerlöschmittel eingesetzt werden. Diese Stoffe sind schwer abbaubar und werden, einmal in die Atmosphäre gelangt, Jahrzehnte dort verbleiben (FCKW etwa 80 Jahre) und noch über viele Jahre in zunehmendem Maß Ozon abbauen.

Viele besorgniserregende Ungewissheiten sind mit dem Komplex Sonne-Ozonschicht-Hautkrebs verbunden.

Sonnenschutz zur Melanomvorbeugung

Durch einen wirksamen Schutz vor der Sonne kann das Risiko, im Lauf des Lebens an einem Melanom zu erkranken, deutlich gesenkt werden. Der Sonnenschutz muss in der Kindheit beginnen. Vor dem 6. Lebensmonat sollten Kinder nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Danach ist auf maßvolle Sonnenexposition zu achten. Die für Erwachsene geltenden Regeln einschließlich der Anwendung von Sonnenschutzcreme sollten mit besonderer Sorgfalt beachtet werden.

Zu meiden ist die Mittagssonne, im Sommer zwischen 10 Uhr und 15 Uhr, im Winter zwischen 11 Uhr und 14 Uhr. In dieser Zeit sollte man Kinder vom Spielen in der Sonne zurückhalten und auch in Kindergärten und beim Schulsport auf diese wichtige Regel achten. Sie gilt natürlich auch für das Freizeitverhalten der Erwachsenen und bedingt im Berufsleben einen entsprechenden Schutz. Beim Aufenthalt in der Sonne sollte man leichte, jedoch dicht gewebte Kleidung tragen. Bei empfindlicher Haut ist selbst beim Schwimmen das Tragen eines T-Shirts zu empfehlen. Die UV-Strahlen erreichen die Haut des Schwimmers auch im Wasser. Die UVB-Strahlung beträgt in 1 m Tiefe noch etwa 50%. Es ist zu bedenken, dass durchsichtige Kleidung auch für UV-Licht durchlässig ist. Dunkle Farben (dunkles Blau oder Violett) absorbieren mehr UV-Strahlen als helle Farben. Ebenso werden UV-Strahlen durch dicht gewebtes engmaschiges Material besser gefiltert als durch dünnes Material mit lockeren Maschen. Entsprechend sind gute Surf-Shirts besonders dicht und dick gewebt. Eine Messung des Sonnenschutzfaktors von dichtgewebten Polyester/Lycra-Surfhemden hat Werte um 35 in trockenem, um 25 in nassem Zustand ergeben, während normale T-Shirts aus Mischgewebe (Baumwolle und Polyester) einen Wert von 12-20 (8-12, wenn sie nass waren) hatten. Die Durchlässigkeit von Baumwolle im UVB-Bereich beträgt um 10 % im trockenen und fast 20 % im nassen Zustand.

Wichtig ist der Sonnenhut mit einer etwa 7 cm breiten Krempe, die Gesicht, Hals und Ohren schützt, und die Sonnenbrille zum Schutz der Augenlider und Augen. Große Bedeutung kommt der Sonnencreme zu, wobei es für den Sonnenschutz keine Rolle spielt, ob man Creme, Lotion oder Gel wählt. Wichtig ist der Sonnenschutzfaktor. Unter dem Sonnenschutzfaktor (SPF für Sun Protection Factor) ist das Verhältnis der für eine Hautrötung notwendigen UV-Lichtexpositionsdauer mit und ohne Sonnencreme zu verstehen. Bei Anwendung einer Sonnencreme mit Schutzfaktor 15 kann man folglich 15mal länger in der Sonne bleiben als ohne Sonnencreme, bevor es zur Hautrötung bzw. zum Sonnenbrand kommt. Kinder sollten frühzeitig mit der Anwendung von Sonnencreme vertraut gemacht werden und nie ohne diesen Schutz längere Zeit der direkten Sonne ausgesetzt sein. Auf wasserfeste Creme ist beim Baden zu achten. Die Creme muss eine halbe Stunde vor Sonnenexposition aufgetragen und alle zwei Stunden erneuert werden. Der notwendige SPF ist je nach Hauttyp in Tabelle 7-2 wiedergegeben. In besonders gefährdeten Regionen (Gebirge, See, Schnee usw.) ist bei heller Hautfarbe stets ein SPF von mindestens 15 erforderlich. Die meisten Sonnencremes sind auf der Haut farblos und absorbieren insbesondere UVB-Strahlen. In zunehmendem Maß werden auch UVA-Filter zugesetzt. Diesen Kombinationspräparaten ist bei intensiver oder längerer Exposition der Vorzug zu geben. Andere Präparate reflektieren das gesamte UV-Licht. Sie decken jedoch die Hautfarbe ab und sind daher aus kosmetischen Gründen weniger geschätzt. Sie sind als guter Schutz für die empfindlichen Lippen, Nase oder Ohren geeignet und können auch zum Schutz für Säuglinge verwandt werden, wenn aus besonderen Gründen eine Lichtexposition nicht zu umgehen ist. Sie enthalten meistens Zinkoxid oder Titaniumdioxid und stellen einen kompletten UV-Schutz dar.

Sonnenbedarf

Es wird oft gefragt, ob die empfohlene Einschränkung der Sonnenexposition insbesondere für Kinder mit Gefahren verbunden ist, da die sonnengebräunte Hautfarbe allgemein als „gesunde Hautfarbe“ und Ausdruck von Vitalität, körperlicher Fitness und sportlicher Aktivität empfunden wird und die Bedeutung des Sonnenlichts für die Vitamin-D-Bildung bekannt ist.

Keinesfalls ist der Schutz vor direktem Sonnenlicht, insbesondere in gefährdeten Regionen und Zeiten, gleichzusetzen mit dem Verzicht auf einen Aufenthalt im Freien. Hält man die obigen Regeln ein - durch die Anwendung von Sonnenschutzcreme bei direkter Sonnenexposition, Tragen geeigneter Kleidung, Meidung der Sonne zu bestimmten Tageszeiten -, so ist der Aufenthalt im Freien aus vielen Gründen zu empfehlen.

Bezüglich des Vitamin-D-Bedarfs ist in normalen Zeiten keine Sorge angebracht. Es genügen etwa 10 Minuten Sonnenlicht pro Tag auf Gesicht, Hände und Arme, um ausreichend Vitamin-D-Bildung über die Haut anzuregen. Außerdem wird bei normaler Verpflegung einschließlich Milchprodukten in der Regel ausreichend Vitamin D über die Nahrung aufgenommen und kann, wenn erforderlich, in Form von Tropfen oder Tabletten verabreicht werden.