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Früherkennung des malignen Melanoms durch regelmäßige Hautinspektion

Fast alle Melanome können, wenn man „seine Haut kennt“ und den hier beschriebenen Veränderungen Beachtung schenkt, im Frühstadium erkannt und geheilt werden. Der Aufmerksamkeit vieler Patienten und der Ärzte ist es zuzuschreiben, dass die 5-Jahres-Überlebensrate, die 1936 beim malignen Melanom etwa 12% betragen hat, heute in der Größenordnung von 80% liegt. Das Erreichte genügt jedoch nicht, da auch heute nur etwa 35% aller Melanompatienten im Frühstadium zur Behandlung kommen. Besonders beunruhigend ist es, dass immer noch etwa 10% aller Patienten erst in weit fortgeschrittenem Stadium, in dem sich bereits Tochtergeschwülste gebildet haben, einen Arzt konsultieren. Diese Zahlen, hinter denen die Lebenschance vieler Menschen steht, können durch regelmäßige Selbstbetrachtung der Haut von „Kopf bis Fuß“ entscheidend verbessert werden.

Malignes Melanom Früherkennung und Selbstkontrolle

Die Häufigkeit der Selbstkontrolle hängt von dem individuellen Risiko ab. Wenn nicht ein überdurchschnittlich hohes Risiko vorliegt, kann man mit einer in halbjährlichen Abständen durchgeführten Selbstkontrolle ein hohes Maß an Sicherheit erreichen. Eine ärztliche Kontrolle sollte einmal pro Jahr durchgeführt werden. Bei hohem Risiko, z. B. malignes Melanom in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie, Vorhandensein vieler Muttermale, besonders auch dysplastischer Nävi, heller Hauttyp häufiger Sonnenbrand in der Vorgeschichte, vor allem in Kindheit und Jugend, sind die Kontrollabstände kürzer zu halten. Patienten mit erhöhtem Risiko sollten sich vom Arzt individuell beraten lassen.

Melanom Erkennung: Durchführung der Selbstkontrolle von „Kopf bis Fuß“

Erforderlich für die Untersuchung sind helles Licht und ein hoher Spiegel, in dem man sich mit einem zusätzlichen Handspiegel ganz sehen kann. Man betrachtet zuerst Gesicht und Körper mit erhobenen Armen von vorn, hinten und von beiden Seiten. Danach sucht man Ober- und Unterarme ab, Ellenbogen und Hände, anschließend die Beine von allen Seiten, die Füße, ohne die Zehenzwischenräume und Fußsohlen zu vergessen. Hiernach betrachtet man mit dem Handspiegel den Hals und die Kopfhaut. Auch Rücken und Gesäß werden mit dem Handspiegel inspiziert. Man sieht gezielt nach bekannten Muttermalen. Wenn sich nach ärztlichem Urteil darunter beobachtungsbedürftige Nävi befinden, kann eine Photographie hilfreich sein, Veränderungen festzustellen. Es ist sinnvoll, Muttermale, die nicht dem normalen Nävus entsprechen, zu notieren und zu beobachten.

Eltern sollten auch bei ihren Kindern ab dem 8.-10. Lebensjahr die Haut betrachten und sich über Muttermale orientieren. Es ist wichtig, Heranwachsende dazu anzuhalten, regelmäßig ihre Haut selbst zu kontrollieren und besondere Muttermale (z. B. angeborene oder dysplastische Muttermale) zu beobachten.